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Der Vater hält das Seil

Ein Mann bereiste Armenien und durchquerte das Land auf der Suche nach seltenen Pflanzen und Blumen. Auf einem seiner Ausflüge bemerkte er in einer tiefen Felsenkluft eine Blume von solcher Schönheit und Seltenheit, daß er beschloß, ihrer habhaft zu werden, möge es kosten was es wolle.

Aber wie konnte er daran kommen? Die Felswände waren so steil, daß ein Hinabklettern ausgeschlossen war. Die einzige Möglichkeit bestand darin, jemand an einem Seil in den Felsspalt hinabzulassen. Aber wer wollte dafür sein Leben riskieren?

Nach einigem Suchen fand er einen Jungen und fragte ihn, ob er für eine beträchtliche Geldsumme bereit sei, sich da hinunterzuwagen, und die Blume zu pflücken. Er wollte dem Jungen Mut machen und sagte: "Ich werde das Seil ganz fest halten."

Doch der Junge schüttelte den Kopf. "Ich würde es für alles Geld in der Welt nicht tun! Aber wenn mein Vater kommt und das Seil hält, dann erde ich es tun!"

Ein Kind Gottes befindet sich oft in Gefahr und schwebt über Abgründen, aber es kann fröhlich und beruhigt seinen Angelegenheiten nachgehen, weil sein himmlischer Vater das Seil hält und es so völlig in Sicherheit ist. In Psalm 94, 18 sagt David: "Wenn ich sprach: mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, Herr, deine Gnade."

Caspar ten Boom

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