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Dreieinigkeit II

Der Kirchenvater Augustin, der viel über die Dreieinigkeit nachgrübelte, hat einmal folgenden Traum gehabt:

Er geht am Ufer eines Meeres entlang und sieht da ein Büblein sitzen, das einen kleinen Graben in den Sand gemacht hat und mit einer Muschel in der Hand Wasser hineinschöpft. Augustin fragt: "Was machst du denn da?" Das Büblein erwidert: "Ich will das Meer ausschöpfen." "Ha," lacht Augustin, "das wird dir nie gelingen! Da hast du dir etwas ganz Unmögliches vorgenommen." Da wendet sich der Knabe um, schaut Augustin mit überirdisch leuchtenden Augen an und sagt zu ihm: "Und du willst mit deiner menschlichen Vernunft, mit der Schale deines Gehirns das Geheimnis der göttlichen Dreieinigkeit ergründen?"

Nach diesem Traum hat sich Augustin demütig unter das unergründliche Geheimnis des dreieinigen Gottes gebeugt.

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