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Außergewöhnliches Tun

Außergewöhnliches wollte ich tun
und erreichen: Kraft aus der Stille.
Aber ich lernte vor allem Geduld und
übte in Demut, nichts zu begehren.
Warte: es wird dir alles geschenkt.

Und weiter: das Große ist einfach.
Bemühe dich nicht, möglichst viel
Gutes zu tun, aber das wenige gut.
Nicht das Vielerlei suche, sondern das
Eine. Und besser noch: Laß dich finden!

Lange war ich beherrscht vom Gedanken,
das Leben und meines vor allem
sei ein Problem, und ich müßte es lösen.
Bis ich begriff: mich selbst muß ich
lösen aus aller Erstarrung.

Überaus wichtig erschien mir darum,
mich selbst zu erkennen und mich,
wie man sagt, selbst zu verwirklichen.
Bis ich verstand, daß ich erkannt bin
und Er, der mich liebt, mich verwirklicht.

So suchte ich Ihn zu erkennen
außerhalb, irgendwo ferne von uns,
hinter der sichtbaren Wirklichkeit.
Bis es mir aufging, lange danach: daß es
nichts Wirkliches gibt außerhalb Gottes.

Lothar Zenetti

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