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Wer liebt Gott wirklich?

Ein indisches Märchen erzählt von drei Männern, die im Urwald unterwegs sind. Plötzlich sehen sie einen Tiger auf sich zukommen. Der erste der drei Männer ruft: "Freunde, unser Schicksal ist besiegelt. Der Tiger wird uns fressen, und unser Tod ist unvermeidlich!" Ein Mensch, der so reagiert. ist ein Fatalist, der an die Unabänderlichkeit des Schicksals glaubt.

Der zweite Mann rät: "Meine Brüder, wir wollen gemeinsam zu Gott rufen. Er wird uns in seiner Barmherzigkeit helfen und uns vor dem Tiger bewahren!" Ein Mensch, der so rät, ist ein religiöser Mensch, der alles von Gott erwartet, ohne seine Möglichkeiten einzusetzen.

"Warum sollen wir Gott belasten, wenn wir uns selber mit seinen Gaben helfen können? Laßt uns schnell auf diesen Baum klettern und uns vor dem Tiger verbergen!" Ein Mensch, der so denkt, liebt Gott wirklich.

Gott gab uns Augen, die Gefahr zu sehen. Er gab uns den Verstand, über Wege der Rettung aus der Gefahr nachzudenken. Er gab uns Gefährten, mit denen wir die Wege überlegen und gehen können. Er gab uns Hände zum Handeln und ließ Bäume wachsen, auf die wir uns retten können. Der Glaube soll die Tat nicht ersetzen, sondern zu den richtigen Taten hinführen.

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