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Gottesfurcht

Gottesfurcht

...bedeute das Respektieren der Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf.

Gottesfurcht

...heißt eine Haltung, bei der man nicht in panischem Schrecken vor einem Übermächtigen steht, sondern in realistischer Einschätzung der Tatsachen. Gottesfurcht ist eine Form der Ehre, die man Gott gibt; sie läßt sich mit Jubel verbinden. Dazu kommt das Bewußtsein, Gott als den "Heiligen" zu erleben.

"HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig,, schrecklich, löblich und wundertätig ist?" (2. Mose 15, 11)

"Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als daß du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und ganzer Seele, daß du die Gebote des HERRN hälst [...]" (5. Mose 10, 12+13a)

"Wen hast du gescheut und gefürchtet, daß du treulos wurdest und nicht an mich dachtest und es nicht zu Herzen nahmst? Ist es nicht so: Weil ich schwieg und mich verbarg, hast du mich nicht gefürchtet?" (Jesaja 57, 11)

Eine Betrachtung von C.H.Spurgeon zu Psalm 103, 17-19

V17 "Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten!" "Aber!" Welch ein gewaltiger Kontrast zwischen der sterbenden Blume (vgl. V.15+16) und dem ewigen Gott! Welch ein Wunder, daß unsere Sterblichkeit mit seiner Ewigkeit verbunden werden soll, so daß auch wir unsterblich werden! Von Ewigkeit her sah der Herr mit Barmherzigkeit auf sein Volk, das an seiner Gnade teilhaben sollte. Die Lehre von der ewigen Erwählung ist etwas Herrliches für alle, die Einsicht geewonnen und die Erwählung für sich angenommen haben. Diese Gnade Gottes reicht bis in alle Ewigkeit hinein! Gott ändert sich nicht, seine Gnade ist ohne Anfang und ohne Ende. Wer ihn fürchtet, braucht keine Angst zu haben, daß Sünde oder Not die großen Tiefen seiner Gnade erschöpfen können. Die Hauptfrage aber ist: Fürchten wir ihn? Wenn wir in kindlicher Ehrfurcht zu Gott aufblicken, wird er den Blick seiner väterlichen Liebe nie von uns abwenden. "Und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind." Der Bund der Gnade wird durch die Gerechtigkeit gesichert. Weil Gott gerecht ist, wird er niemals eine Verheißung zurücknehmen oder nicht erfüllen. Unsere gläubigen Kinder und ihre Nachkommen werden immer dasselbe Wort Gottes vorfinden. Er wird ihnen seine Gnade erweisen und sie segnen, wie er es mit uns getan hat. So fordert also nicht nur die Vergangenheit unseren Dank und unser Lob, sondern auch die Zukunft! Wir wollen für unsere Kinder und Enkel nicht nur beten, sondern auch schon danken. Wie Abraham sich freute, wenn er an seine Nachkommen dachte, so können wir das tun, denn "an der Väter Statt sollen die Söhne sein" (Psalm 45, 17a) und "die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeien." (Psalm 102, 29)

V. 18 Den Kindern der Gerechten hat der Herr seine Gnade aber nicht ohne Bedingung zugesprochen. Dieser Vers ergänzt den letzten, indem er hinzufügt: "Bei denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun." Wie die Eltern gehorsam sind, müsssen auch die Kinder gehorsam sein. Es wird uns hier geboten, bei dem Bund Gottes zu bleiben. Alle, die zu etwas anderem als zu dem vollbrachten Werk Jesu Christi Zuflucht nehmen, gehören nicht zu denen, die diesen Bund halten und den Befehlen Gottes gehorsam sind. Die wirklich Frommen achten sorgfältig auf die Befehle des Herrn: "Gedenke." Sie befolgen die Gebote im praktischen Leben: "Das sie danach tun." Sie suchen sich nicht die besten heraus, wie Laune oder Bequemlichkeit ihnen eingibt, sondern nehmen alle seine Gebote so, wie sie sind! Wir wünschen uns eine Nachkommenschaft, die aufmerksam und bereit ist, dem Willen des Herrn in allen Dingen zu folgen. Dann wird die Gnade des Herrn von Generation zu Generation bei ihnen sein. Auch dieser Vers ruft zum Lobe Gottes auf. Der Bund Gottes mit uns besteht von Anfang bis Ende aus Gnade. Das ist aber kein Freibrief für die Sünde! Im Gegenteil, eine der größten Verheißungen dieses Gnadenbundes lautet: "Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben" (Jeremia 31, 33). Das Ziel der Gnade ist die Heiligung des Volkes Gottes; es soll ein Volk sein, das eifrig ist in guten Werken. Alle Gaben und Befähigungen werden zu diesem Zweck und Ziel geschenkt.

V. 19 "Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet." Nun besingt der Sänger die grenzenlose Macht und die herrliche Herrschaft Gottes. In seiner Regierung gibt es keine Aufregung, keine Unruhe, keine Verwirrung und keine unnötige Eile. Es gibt keine Überraschungen und keine unerwarteten Katastrophen. Alles ist vorbereitet und von Gott bestimmt. Die einzigartige Herrschaft Gottes ist die Garantie für unsere Sicherheit und der Pfeiler, auf den unser Glaube sich stützen kann. "Und sein Reich herrscht über alles." Das Zepter Gottes reicht über das ganze Universum. So herrscht er jetzt, so hat er immer geherrscht, und so wird er für immer über die Welt herrschen. Uns erscheint die Welt wie durch eine große Anarchie zerrissen. Aber Gott schafft aus der Verwirrung wieder Ordnung. Die kämpfenden Elemente marschieren unter seiner Fahne, auch wenn sie im Sturm am wildesten toben. Alle stehen unter Gottes Macht, Große und Kleine, Kluge und Dumme, Willige und Aufsässige. Sein Reich ist das einzige Weltreich, und er ist der einzige Machthaber!

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